Vier Städte in fünf Tagen -
Brügge-Stade-Austausch 2026
Wir hatten die großartige Möglichkeit, vom 04. bis 10. Oktober 2026 mit einer Gruppe, bestehend aus zehn Schülerinnen und Schülern und Herrn Beierlein, nach Brügge fahren zu dürfen. Dort haben wir uns mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg aus belgischer Perspektive beschäftigt, einiges erlebt und nicht nur unsere belgischen Gastgeschwister, sondern auch uns in unserer Gruppe noch einmal auf einer anderen Ebene kennengelernt. Nicht nur wir waren in der Woche in Brügge zu Besuch, denn zusätzlich waren noch Finnen an der SASK-Schule, weshalb sich unser Aufenthalt noch internationaler gestaltete.
Die Woche begann am Montag mit einem gemeinsamen Frühstück der Deutschen, Finnen und Belgier sowie einem Kennenlernspiel. Danach wurden wir in Gruppen aufgeteilt und haben jeweils eine Person, die aus Brügge stammt und Opfer des Ersten oder Zweiten Weltkrieges geworden und ins Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg deportiert worden war, zugeteilt bekommen. Deren Stolpersteine suchten wir anschließend in Brügge auf und sammelten weitere Informationen zu ihnen. Währenddessen konnten wir erste Eindrücke von Brügge sammeln.
Dienstag war ein langer Tag. Zunächst fuhren wir gemeinsam mit den finnischen Gastschülern nach Ypern und besuchten das „Flanders Fields“-Museum in den Tuchhallen. Danach führte uns ein Guide über einen belgischen, einen britischen und einen deutschen Friedhof aus dem Ersten Weltkrieg. Auf dem deutschen Friedhof legten wir zum Gedenken ein Blumengesteck nieder. Zum Abschluss der interessanten Tour spielten wir das Fußballspiel des „Christmas Truce“ 1914 gegenüber des damaligen Ortes nach, bei dem die deutsch-belgische Mannschaft gegen die finnisch-belgische Mannschaft 3:1 gewann. Abends durften wir an einer Zeremonie zum Gedenken der Opfer des Ersten Weltkrieges im Menin-Tor in Ypern teilnehmen und in Vertretung aller anwesenden Schülerinnen und Schüler Blumen niederlegen.
Am Mittwoch ging es in die Hauptstadt Belgiens: Brüssel. Dort hatten wir die Möglichkeit, uns das EU-Parlament anzuschauen und ein wenig darüber zu lernen, wie dieses funktioniert. Bis zum Nachmittag durften wir dann Brüssel unsicher machen und besuchten zum Beispiel das Schloss der Königsfamilie. Zum Schluss spielten wir ein Rollenspiel, in dem wir Abgeordnete des EU-Parlaments waren und die vielen Schritte bis zu einem Gesetzesbeschluss durchlebten.
Donnerstag arbeiteten wir an unseren Podcasts und Videos zu den uns Montag zugeteilten Personen, welche wir beenden werden, wenn die Belgier uns besuchen kommen und wir Neuengamme besichtigt haben werden. Den letzten Tag unserer Brüggereise verbrachten wir in Gent, welche sowohl eine moderne Studentenstadt als auch eine Stadt mit langer Geschichte ist. Historisches Highlight hierbei war der Altar „Die Anbetung des Lammes Gottes“, auch Genter Altar genannt, in der St.-Bravo-Kathedrale.
Abschließend kann man sagen, dass wir innerhalb von fünf Tagen unglaublich viel gelernt und erlebt haben. Zudem war es besonders interessant, einmal Gelerntes, nämlich Kriegsschauplätze beider Weltkriege, zu sehen und aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Außerdem waren die Gastgeschwisterpaare wirklich gut gewählt. Wir freuen uns schon, die Belgier bei uns begrüßen zu dürfen! (:
Text von Nela Degener und Selma Masell

