Vincent
Lübeck
Gymnasium
Stade

Fachgruppe Latein

Logo der Fachgruppe Latein

Kerncurricula Latein

Sek. I (2017)
Sek. II (2018)


Schulcurricula G9

Jahrgang 06-10 (Nov. '19)
Jahrgang 11 (Nov. '19)
Jahrgang 12-13 (Aug. '19)


Leistungs­be­wer­tung

Sek I
Sek II

Abschlüsse

Latina-Regularien (Feb. '20)

Die Fachgruppe

Martin ImmerFachobmann der Fachgruppe Latein ist Herr Meyer.

Warum sollte man Latein lernen?


I. Latein als „Wertevermittler“

Latein ist die Sprache der antiken Kultur, die entscheidende Grundlagen für die europäische Kulturgelegt hat. Latein ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Bildungssprache und im Gegensatz zu allen anderen Unterrichtsfächern der Institution Gymnasium vorbehalten. Insofern werden die SchülerInnen im Unterricht mit antiker Sage, griechischer, römischer und europäischer Geschichte und Literatur vertraut gemacht, aber auch mit Fragen griechischer und römischer Philosophie. Eine Beschäftigung mit der Sprache Latein bedeutet hier, sich intensiv mit einer vergangenen, bedeutsamen Geschichtsepoche auseinanderzusetzen, die das Geschichtsbewusstein der SchülerInnen fördert und prägt. Damit lernen sie nicht nur andere Völker und sich selbst als Menschen besser kennen und verstehen, sondern sie erwerben notwendiges Orientierungswissen und Kernkompetenzen, um sich in ihrer Lebenswelt im Sinne der europäischen Wertegemeinschaft und Identität besser zurechtzufinden: griechisches Denken, römisches Rechtsbewusstsein, humanistisch und christlich geprägte Tradition.

II. Latein als umfassender Sprachtrainer

Latein ist die Grundsprache Europas. Sie erleichtert das Erlernen moderner Fremdsprachen, vor allem der romanischen Sprachen, doch auch der Wortschatz der englischen Schriftsprache entstammt zu mehr als 50% dem Lateinischen. Viele Lehnwörter und Fremdwörter der deutschen Muttersprache sind lateinischen Ursprungs. Der Lateinunterricht macht sich zur Aufgabe, auf diese Wortverwandtschaften aufmerksam zu machen, (Sprach-) Wissen zu vernetzen und das Langzeitgedächtnis zu fördern. Die lateinische Sprache ist in ihren grammatikalischen Erscheinungen vielfältiger und differenzierter als die meisten modernen Fremdsprachen, und so kommen auch die gemeinhin verwendeten grammatikalischen Bezeichnungen (z.B. Adjektiv, Subjekt, Dativ, Passiv, Konjunktion) aus dem Lateinischen. Daher lernen die SchülerInnen durch eine frühe Beschäftigung mit dieser Sprache in umfassender Weise grammatikalische Kategorien und Begriffe kennen, die sie für das Bewusstmachen moderner Fremdsprachen, aber vor allem der eigenen Muttersprache benötigen. Das Übersetzen vom Lateinischen ins Deutsche ist ein wesentlicher Bestandteil des Lateinunterrichts. Durch den ständigen Vergleich der beiden Sprachen werden die SchülerInnen dazu angehalten, Übersetzungsvarianten zu entwickeln und abzuwägen, also um die wohl geeigneteste Ausdrucksform zu „ringen“. Zweifellos schult das kreatives Formulierungsvermögen in der eigenen Muttersprache. Davon profitieren die SchülerInnen nicht nur innerhalb ihrer jetzigen Schul-, sondern auch zukünftigen Arbeitswelt.

III. Latein fördert logisches Denken

Die Beschäftigung mit Latein erzieht zu systematischem, geordnetem, ständig fragendem Vorgehen und problemorientiertem Denken; gefördert werden Abstraktionsfähigkeit und die Fähigkeit, logische Zusammenhänge zu erkennen. Bei Latein handelt es sich um eine komprimierte und interpretationsbedürftige Sprache, die im Lateinunterricht in die wortreichere und freiere Sprache „Deutsch“ überführt wird. Die drei Denkoperationen „identifizieren“, „analysieren“ und „transformieren“ sind steter Bestandteil des Lateinunterrichts. Sie tragen nicht nur zur Ausbildung des Intellekts bei, sondern sie erziehen zum genauen Hinsehen, zur Konzentration und Gewissenhaftigkeit. Pragmatischer könnte man auch formulieren, dass Latein die Präszisionsfähigkeit in allen Bereichen schult, um eine seriöse Haltung, strukturelle Ordnung und Selbstdisziplin (als Voraussetzung für ein Hochschulstudium) anzulegen.


IV. Latein als Voraussetzung zum Studium
Für zahlreiche Studiengänge werden Lateinkenntnisse vorausgesetzt, wenn nicht, so sind sie zumindest von großem Nutzen. Die Universitäten verlangen in sehr unterschiedlicher Weise den Nachweis von Lateinkenntnissen und damit verbundenen „Latina-Abschlüssen“. Fest steht, dass der nachträgliche Erwerb der „Latina-Abschlüsse“ mit großen Mühen und Belastungen verbunden ist. Anstatt sich dem ausgesuchten Studiengang zu widmen, gilt es oft, über einen Zeitraum mehrerer Semester Sprachkurse im Intensivformat zu besuchen, an dessen Ende man sich einer schriftlichen und mündlichen Prüfungskommission stellen muss. Hinzu kommt, dass die Lateinkurse oft zahlreich überfüllt sind. Entsprechend hoch ist die Misserfolgsquote, die nicht selten zu Studienabbrüchen führt, nur weil die Zugangs- bzw. Studienvoraussetzungen nicht erfüllt werden. Im Vergleich dazu scheint der Weg, die „Latina-Abschlüsse“ über den herkömmlichen Schulweg anzustreben, erheblich einfacher.

V. Wer sollte also Latein lernen?

Schwierigkeiten, die in den modernen Fremdsprachen in Form der Aussprache und Rechtschreibung entstehen könnten, entfallen im Fach Latein. Wie oben dargestellt, verfolgt der Lateinunterricht primär andere Ziele. Insofern ist die Unterrichtssprache durchgehend Deutsch. Persönlichkeiten, die ehrgeizig und bereit sind, einem Problem ruhig, konzentriert und mit Ausdauer nachzugehen, dürften eine bessere Eignung für Latein mitbringen als für Französisch oder Spanisch (z. B. Puzzler oder Rätsler). Das Fach Latein verstärkt grundsätzlich Tugenden, derer es ebenso als Voraussetzung bedarf. Vonnöten - wie in den modernen Fremdsprachen - ist sicherlich ein gutes Langzeitgedächtnis zum Erlernen von Vokabeln und zum Aufbau eines fundamentalen Formenbestands innerhalb der Spracherwerbsphase der Sekundarstufe I.

VI. Anwahlmöglichkeiten des Faches Latein am Vincent-Lübeck-Gymnasium

• Ab Jahrgang 6 bis 13 kann Latein als zweite Fremdsprache angewählt werden.
• Ab Jahrgang 11 bis 13 kann Latein als neubeginnende Fremdsprache angewählt werden, um die zweite Fremdsprache Französisch oder Spanisch zu ersetzen.
• Ab Jahrgang 11 bis Jahrgang 13 wird Latein als zusätzlicher Wahlunterricht, d. h. als dritte Fremdsprache angeboten, um das Kleine Latinum zu erwerben.
Wahlfreie Kurse sind mindestens ein Halbjahr zu belegen. Die Leistungen werden zensiert, sind aber nicht versetzungsrelevant. - In Jahrgang 11 kann Latein als wahlfreier Kurs als Ausgleichsfach bei der Versetzung fungieren.

VII. Latina-Abschlüsse am VLG