Vincent
Lübeck
Gymnasium
Stade

Sprachenvielfalt am VLG

Ein best of der im Deutschunterricht von Schülerinnen und Schülern der Klasse 7mu (Frau von Eitzen) verfassten Informationstexte zum Thema „Sprachenvielfalt am VLG

Am Vincent-Lübeck-Gymnasium gibt es sehr viele unterschiedliche und interessante Sprachen, die gesprochen, gekonnt und gelernt werden. Das VLG, eine Schule ohne Rassismus und mit Courage, mit dem Motto Vielfalt Lebendig Gestalten hat seit 2015 viele neue Schüler und Schülerinnen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund auf­ge­nom­men, was die Viel­falt zu­sätz­lich be­reich­ert hat.
Die Sprachen Englisch, Spanisch, Latein und Französisch lernen die Schüler und Schülerinnen in der Schule, in vergangenen Jahren wurde zusätzlich eine Schwedisch-AG und eine Chinesisch-AG angeboten. Von ungefähr 1100 Schülern und Schülerinnen sprechen über 25% eine andere Sprache zu Hause. Die häufigsten Muttersprachen nach Deutsch sind Arabisch und Türkisch. Zusätzlich sind die Sprachen Russisch, Albanisch, Vietnamesisch, Persisch, Rumänisch, Kurdisch, Estisch, Chinesisch (Mandarin) und Dari vertreten, es gibt auch Schüler und Schülerinnen aus Ghana und Eritrea. Schweizerdeutsch, Österreichisch und Plattdeutsch zählen ebenfalls zum Sprachrepertoire.
Für die Schüler und Schülerinnen, die kein, kaum bzw. wenig Deutsch sprechen, gibt es viele Fördermöglichkeiten und Angebote am VLG. Dafür gibt es Lerngruppen für DAZ (Deutsch als Zweitsprache). Frau Dreyer, zuständig für diesen Bereich am VLG, informiert darüber, dass es drei Säulen gibt.
In der ersten Säule gibt es Sprachkurse für DAZ-Schüler auf drei unterschiedlichen Schwierigkeitsniveaus (A1, A2, B1). Die Schüler und Schülerinnen werden 6 Stunden pro Woche von Volkshochschullehrern innerhalb der normalen Unterrichtszeit unterrichtet. Das Geld hierfür stammt aus Fördermitteln des Landkreises Stade. 2 Jahre brauchen Schüler und Schülerinnen im Schnitt, um das B1-Niveau zu erreichen, das dem Niveau entspricht, das Gymnasiasten am VLG in Englisch nach 7 Jahren Englischunterricht haben. Andere können bereits in A2 oder B1 einsteigen, je nach Vorkenntnissen.
Die zweite Säule besteht aus weiteren Förderangeboten, die primär zusätzlich im Nachmittagsunterricht stattfinden. Hier bekommen die DAZ- Schüler und -Schülerinnen Förderunterricht von regulären Lehrkräften in weiteren Fächern wie z.B. Geschichte, Biologie oder den Fremdsprachen. Hierfür stehen zusätzliche Fördermittel des Landes Niedersachsen zur Verfügung, die das VLG erhält. Zurzeit sind das 20 Stunden.
Die dritte Säule bilden besondere Deutsch-Förderstunden, insgesamt 10, in denen es um den allgemeinen Ausdruck, Stilkunde, Fachvokabular usw. geht. Hierunter fällt auch die „Sprachambulanz“ für Oberstufenschüler und -schülerinnen, die Schwierigkeiten im Schriftlichen haben.
Zur Zeit sind 33 Schüler und Schülerinnen in der Sprachförderung. Nicht alle sind Geflüchtete, sondern einige sind auch aus anderen Gründen nach Deutschland bzw. Stade gekommen. Nicht alle sind am Ende Gymnasialkinder, das stellt sich oft erst nach einer längeren Phase heraus.
Die meisten DAZ- Schüler und -Schülerinnen strengen sich sehr an und sind sehr gut im Deutschlernen. Ein Beispiel dafür ist Amira aus der 8. Klasse. Sie hat während ihrer langen Flucht aus Syrien drei Jahre in der Türkei gelebt und kann jetzt fließend Türkisch, nach einem Dreivierteljahr spricht sie auch gutes Deutsch. Es ist bewundernswert, was manche dieser Schüler und Schülerinnen alles leisten.
Viele der Flüchtlinge haben grausame Dinge gesehen und erlebt, sodass wir uns besonders um diese Schüler kümmern und sie unterstützen sollten. Wenn Frau Dreyer Schüler bzw. Schülerinnen in ihre neue Klasse bringt, sind die zukünftigen Klassenkameraden oft erst einmal ein wenig reserviert, nur in Einzelfällen kommt es aber wirklich zu Problemen. Es ist aber doch schön, dass wir so eine kulturelle und sprachliche Vielfalt am VLG haben. Wir sollten diese Schüler und Schülerinnen mit offenen Armen empfangen und auf sie zugehen.