Vincent
Lübeck
Gymnasium
Stade

Eine Schule am Energiesparhahn

sb. Stade. Es ist ein Hingucker: Seitdem die Fassade des Vincent-Lübeck-Gymnasiums (VLG) an der Glückstädter Straße in Stade saniert ist, erstrahlt das 1974 erbaute Schulgebäude in einem völlig neuen Glanz. Doch es ist nicht die Fassade allein: "Seit 2001 hat der Landkreis Stade an dem Altbau Stück für Stück verschiedenste Sanierungsmaßnahmen durchgeführt", sagt Petra Schlichtung vom Amt für Gebäudewirtschaft. "Insgesamt hat das rund 3,19 Millionen Euro gekostet - alle Fördergelder mit eingerechnet."
Alexander Neimann und Petra Schlichting vor dem frisch sanierten Schulgebäude
Fotos: Stephanie Bargmann
Das VLG wurde zu 90 Prozent mit öffentlichen Mitteln saniert
Neimann hat mit der am PC gesteuerten Gebäudeleittechnik alles im Griff
Gemeinsam mit Schulhausmeister Alexander Neimann, der in diesen Tagen übrigens sein 25-jähriges Schuljubiläum feiert, gewährte Petra Schlichting dem WOCHENBLATT einen Blick hinter die Kulissen des nahezu rundum sanierten Altbaus. "Los gingen die größeren Maßnahmen im Jahr 2001", erzählt Schlichting. "Damals wurde in drei Bauabschnitten das in die Jahre gekommene Flachdach saniert." In diesem Zusammenhang wurde das Dach für rund 530.000 Euro vollständig neu gedämmt - von sechs auf rund 20 Zentimeter Dämmschicht. Nur ein Jahr später wurde die Gasheizung erneuert, die dank regelmäßiger Wartung noch heute einwandfrei funktioniert. Die Kosten dafür betrugen rund 260.000 Euro. "In anderen Gebäuden des Landkreises heizen wir inzwischen auch mit Pellets, Blockheizkraftwerken und Umluftpumpen", sagt Petra Schlichting. "Weil diese Techniken Anfang der 2000er allerdings noch in den Kinderschuhen steckten, entschied sich der Landkreis für eine Gasheizung mit Niedertemperatur- und Brennwerttechnik."
Zwischen 2004 und 2010 wurden am VLG in mehreren Abschnitten die Fenster saniert. Im Rahmen des öffentlichen Konjunkturprogramms wurden die bisher ungedämmten Fensterrahmen aus Metall gegen gedämmte Aluprofile ausgetauscht und doppelt verglaste Scheiben eingesetzt. Jetzt kam auch die bereits im Jahr 2002 eingerichtete Gebäudeleittechnik so richtig zum Tragen. "Mit dieser Technik kann ich an meinem PC im Hausmeisterbüro aktiv ins Geschehen eingreifen", erklärt Hausmeister Alexander Neimann. "Ich sehe beispielsweise genau, in welchem Klassenzimmer Fenster offen stehen und welche Temperatur herrscht. Bei Bedarf kann ich die Heizung für jeden Raum individuell regeln, auf Nachtbetrieb stellen oder in den Ferien und an Feiertagen drosseln."
Mit diesen und weiteren Maßnahmen wird so viel Energie gespart. "Wird ein Fenster geöffnet, geht die Heizung im jeweiligen Raum aus", sagt Neimann. "Und mit richtigem Lüftungsverhalten können die Schüler auch selbst aktiv Energie sparen." Wie erfolgreich das funktioniert - oder auch mal nicht -, wird den Jugendlichen regelmäßig mit in der Aula ausgehängten Diagrammen mitgeteilt. Seit 2010 erneuert der Landkreis Stade am VLG sukzessive alle Heizkörper. Diese Sanierungsmaßnahme wird sich noch bis 2020 hinziehen. Und zwischen 2017 und 2019 erfolgte die bereits erwähnte Fassadensanierung, an der sich das Land mit dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz zu 90 Prozent an den Kosten beteiligte. "Nur so konnten wir dieses 1,4 Millionen Euro-Projekt überhaupt stemmen", sagt Petra Schlichting.
Weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung ist der Einsatz von LED-Licht, von Präsenzmeldern und Tageslichtsteuerung und von wassersparenden Armaturen in der Turnhalle. "Viele einzelne Maßnahmen haben dazu geführt, dass das Vincent-Lübeck-Gymnasium in einem guten Zustand ist und Energiesparmaßnahmen greifen", sagt Petra Schlichting.Quelle: Kreiszeitung Wochenblatt vom 06.10.2019