Vincent
Lübeck
Gymnasium
Stade

Wenn zwei Kulturen sich gegenseitig besuchen

STADE. Knapp 8800 Kilometer Luftlinie trennen die japanische Stadt Sendai und Stade. Genau so weit ist der Besuch des Vincent-Lübeck-Gymnasiums (VLG) angereist. Es war eine aufregende Woche, für Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen.
Eine Woche besuchten Schüler aus dem japanischen Sendai die 11. Klasse am Vincent Lübeck Gymnasium

Für Schüler, weil endlich der langersehnte Besuch anstand. Sophie Koehn ist eine der 16 Stader Schülerinnen. Sie lernt bereits seit zwei Jahren die japanische Sprache. Allerdings nicht am VLG, sondern an der Volkshochschule. So fällt es ihr etwas leichter als einigen Mitschülern, mit ihrer Austauschschülerin Tomoka Miyagi zu kommunizieren. Dennoch: Wenn die Worte fehlen, wird ohne zu zögern das Smartphone gezückt und mit Hilfe einer Übersetzungsapp die richtige Antwort formuliert.
Lehrer Nils Schwarz ist zufrieden mit dem Verlauf der Besuchswoche. Die Gastschüler waren am 17. März angereist und hatten seitdem ein volles Programm. Auch Kai Nishikawa, Lehrer der Austauschklasse, ist begeistert von den Erfahrungen, die beide Seiten beim Austausch machen können. Höhepunkt für die Lehrer war der Eintrag der Gastschüler in das Gästebuch der Stadt Stade.
Der Schüleraustausch hat seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima am 11. März 2011 pausiert. Schüler in Stade hatten damals zu Spenden aufgerufen, um sie an die Gastschule in Sendai schicken zu können. Schließlich liegen zwischen den beiden Städten gerade einmal 80 Kilometer.
Tomoka Miyagi ist 17 Jahre alt und zum ersten Mal in Deutschland. Beeindruckt hat sie insbesondere die Natur, die die Schülerin unter anderem bei einem Klassenausflug in den Wald kennengelernt hat. Der Gegenbesuch ist bereits in Planung: Im Oktober kommenden Jahres werden die 16 Schüler nach Sendai fliegen, um dort insgesamt zwei Wochen vor Ort die japanische Kultur kennenzulernen.
Lehrer Nils Schwarz betont, dass es schön sei zu sehen, wie ähnlich sich die Schüler doch trotz unterschiedlicher Herkunft sind: „Letztendlich interessieren sie sich doch für dieselben Themen, haben ähnliche Ziele und Träume.“
Eine Woche waren die Gäste untergebracht bei Familien aus Stade. Am Montag geht es für den Besuch weiter Richtung Berlin. Quelle: Stader Tageblatt vom 25.03.2019