Vincent
Lübeck
Gymnasium
Stade

Die neue Leiterin des VLG

STADE. Dass es hier Wur­zel heißt und nicht Möh­re, dass es hier kling­elt und nicht schellt und dass Glad­bach-Fans hier sel­ten sind – an all das hat sich El­frie­de Schön­ing längst ge­wöhnt. Sie ist die neue Lei­ter­in des VLG – und das nicht zum ers­ten Mal.
Geht motiviert an den Start: die neue Schul­lei­ter­in des Vin­cent-Lü­beck-Gym­na­si­ums El­frie­de Schön­ing. Foto: Stief
Auch ihr neuer Pos­ten als Lei­ter­in des Vin­cent-Lü­beck-Gym­na­si­ums in Stade ver­langt ihr nur das nor­male Maß an Ge­wöhn­ung ab. Denn die 59-Jähri­ge trat 1985 ihre ers­te Stel­le am VLG an und ar­bei­te­te dort elf Jahre.
El­frie­de Schön­ing stammt vom Nie­der­rhein. Und das er­klärt auch die sprach­liche Um­ge­wöhn­ung, die voll­zogen werden musste und längst ge­schafft ist. Nicht geschafft hat sie die Um­ge­wöhn­ung in Sachen Fuß­ball. Bo­russia Mön­chen­glad­bach ist immer noch ihr Ver­ein.

Die Zweidrittel-Stellen-Zeit

Der Start in Stade am VLG verlief nicht ganz gewöhnlich. Damals gab es für Lehrer nur Zweidrittel-Stellen, damit mehr Personen eingestellt werden konnten. Die Lehrerin für Mathematik und Biologie nutzte die freie Zeit, um nebenher katholische Theologie zu studieren, und seitdem darf sie katholische Religion unterrichten. Das ist zwar hierzulande nicht der Renner, aber auch daran hat sie sich gewöhnt. Unterrichten konnte sie es aber auch hier im protestantischen Norden.
Apropos Orchideen­kurse, also die Kurse, die ganz selten mal zu­stan­de­kom­men, wie zum Beispiel ein La­tein-Leis­tungs­kurs. El­frie­de Schöning hat sich da ganz bewusst bei dem mit über 1100 Schülern und 100 Lehrern großen VLG beworben. Wenn Schul­leiterin, dann an einer großen Schule, lautete ihre Devise.

Erste Erfahrungen am Athenaeum

Erfahrungen mit den Angelegen­heiten eines Oberstudien­direktors hat sich die 59-Jährige am Athenaeum erworben. Dort fing sie 1996 als Koordinatorin an und stieg dann zur stellvertretenden Schulleiterin auf. Der damalige Schulleiter beteiligte sie in allen Arbeitsbereichen und so lernte sie alle Facetten der Leitungsfunktion kennen. Die Arbeit lag ihr und machte Spaß.
Der Übergang vom Athenaeum zum VLG ging forsch über die Bühne. Weil das Kultusministerium sich viel Zeit ließ, erwartete sie das Kollegium schon sehnlichst an der neuen Arbeitsstätte. Am letzten Freitag wurde sie am Athe in der ersten großen Pause verabschiedet und in der zweiten großen Pause am VLG mit Blumenstrauß begrüßt. Der steht immer noch recht wacker in ihrem Büro.

Ihre Zettel werden beidseitig beschrieben

Sowieso ist Elfriede Schöning sparsam. Aus Prinzip. Sie übernimmt das Büro ihrer Vorgängerin, Dr. Jutta Neemann, hat sich ihren Stuhl vom Athe mitgebracht und schreibt auch heute noch alle Zettel auf beiden Seiten voll. Als kleine Maßnahme will sie sich drum kümmern, dass auch am VLG weniger ausgedruckt und mehr gemailt wird.
Momentan kommt auf Elfriede Schöning am neuen Arbeitsplatz ein kostspieliges Projekt zu. Die Digitalisierung, die mit dem neuen Breitbandkabel 2019 Einzug halten wird. Dann werden mehr Klassen mit Whiteboards ausgestattet, und die Schüler werden verstärkt mit Tablets an den Tischen sitzen und sie auch bei Klausuren einsetzen.
Nach 22 Jahren am Athenaeum hat die in Stade lebende neue Leiterin des VLG nun nur noch einen halb so langen Schulweg, den sie meist mit dem Fahrrad zurücklegt. Daran wird sich Elfriede Schöning mit Leichtigkeit gewöhnen.Quelle: Stader Tageblatt vom 01.09.2018