Vincent
Lübeck
Gymnasium
Stade

Neue Wandbilder für den Gerichtssaal

Neue Wandbilder für den Gerichtssaal

STADE. Schülerinnen des Vincent-Lübeck-Gymnasiums übergeben zusammen ihrem Kunstlehrer Bilder an Amtsgerichtsdirektor Willi Wirth.
Amtsgerichtsdirektor Willi Wirth (links) freut sich über die neuen Kunstwerke . Annika Kunze, Katharina Hoos, Lucy-Katharina Winter und Ann-Cathrin Raap (von links) fertigten sie in der Kunst-AG zusammen mit ihrem Lehrer Thorleif Kröger an. Foto Klotz
„Wir wollen Lebendigkeit ausstrahlen hier im Gericht“, sagt Amtsgerichtsdirektor Willi Wirth über die neuen Bilder im Saal Nummer 10. Im Rahmen der Kunst-AG fertigten vier Schülerinnen des Vincent-Lübeck-Gymnasiums mit ihrem Lehrer Thorleif Kröger neue Wandbilder für das Gericht an.
„Vorher hingen hier Landschaftsbilder aus Worpswede, ohne Bezug zum Gericht. Das wollte ich ändern“, so Wirth. Die neuen Bilder mit charakteristischen Symbolen der Justiz würden mit ihrem besonderen Malstil etwas Fließendes und Bewegtes ausstrahlen, findet er.
Da hängt nun zum einen das Paragrafen-Zeichen, ein häufig verwendetes Symbol in der Justiz. Ein anderes Wandbild zeigt Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit. Mit verbundenen Augen hält sie in einer Hand die Waage und in der anderen Hand das Richtschwert. Justitia stehe für Neutralität und ein Urteil ohne Anschauen der Personen, unterstreicht Willi Wirth. Die Waage stehe für das Abwägende. Als genaues Messinstrument symbolisiert sie, dass Schuld und Unschuld sorgsam miteinander abgewogen werden, um gerechte Entscheidungen zu fällen.
Schülergruppen des Vincent-Lübeck-Gymnasiums würden laut Wirth des Öfteren das Gericht besuchen. So sei ihm die Idee gekommen, sich an die Kunst-AG der Schule zu wenden.
„Wir haben eine Führung durch das Gerichtsgebäude bekommen. Dabei hat uns Herr Wirth von seinen Vorstellungen erzählt“, so Kunstlehrer Kröger über die Anfänge des Projekts. „Natürlich haben wir verschiedene Malstile ausprobiert. Letztendlich sind wir dann bei der Idee mit den Strichen gelandet“, sagt Schülerin Ann-Cathrin Raap. Doch ganz so einfach, wie es scheint, sei diese Maltechnik nicht gewesen, erzählt der Kunstlehrer. Um die anfänglichen Probleme mit der Umsetzung weiß auch seine Schülerin Katharina Hoos: „Zu Beginn haben wir die Motive auf eine Folie gezeichnet und sie auf die Leinwände proziert, damit wir sie abmalen können. Die Folien sind aber immer sehr leicht verrutscht.“
Ein weiteres Problem habe darin bestanden, dass der Abstand des Projektors zur Leinwand immer exakt gleich bleiben musste. Über mehrere Wochen sei das natürlich sehr schwierig, sagt Hoos. „Irgendwann haben wir uns dann entschieden, die Motive mit Bleistift vorzuzeichnen und dann freihändig zu malen“, ergänzt Lucy-Katharina Winter. Kröger lobt die fortgeschrittenen künstlerischen Leistungen der vier jungen Schülerinnen, die im kommenden Jahr ihr Abitur machen werden. Quelle: Stader Tageblatt vom 22.03.2016