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Gymnasium
Stade

Typisierung am Gymnasium

Typisierung am Gymnasium

STADE. Alle 16 Minuten erhält in Deutschland ein Patient die Diagnose Leukämie. Viele Betroffene können nur dank einer Stammzelltransplantation überleben. Am Vincent-Lübeck-Gymnasium läuft deshalb am Mittwoch, 16. März, eine Typisierungsaktion.
Die Pädagogen Thorleif Krüger (links) und Benjamin Becker organisieren die Typisierungsaktion am 16. März im Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade zusammen mit Schülersprecherin Stephanie Hilck (Mitte). Foto Beneke
Zu der Veranstaltung werden auch Jugendliche, Eltern und Lehrer der Berufsbildenden Schulen und des Athenaeum erwartet. Los geht es um 10 Uhr mit einem Vortrag im Forum, bis etwa 13 Uhr soll die anschließende Typisierungsaktion dauern.
Die Kampagne hat am VLG bereits Tradition. Immer wieder waren Mitglieder der Schulgemeinschaft an Blutkrebs erkrankt, hofften auf Rettung. Zuletzt Lehrer Kurt Ottmer, der sich nach einer Stammzellspende vor ein paar Monaten mittlerweile wieder zurück ins Leben kämpft und am 16. März in der Bildungsstätte an der Glückstädter Straße von seiner Behandlung berichten wird.
Sein Konterfei prangt auch auf den von Kunsterzieher Thorleif Krüger gestalteten Plakaten, die auf die Aktion aufmerksam machen sollen. Abgemagert und mit Glatze, aber mit lebensfrohem Blick fordert er die Schüler auf, sich typisieren zu lassen. Das geht inzwischen ganz einfach, erklärt sein Kollege Benjamin Becker, der die Veranstaltung zusammen mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) organisiert. Waren vor ein paar Jahren noch Blutproben zur Bestimmung der Gewebemerkmale nötig, reicht inzwischen eine Speichelprobe per Wattestäbchen.
Die Betroffenheit unter den Jugendlichen sei groß, berichtet Stephanie Hilck von der Schülervertretung. Deshalb rechnet sie mit einer starken Beteiligung der Oberstufenkurse. Ab 17 Jahren können sich die angehenden Abiturienten registrieren lassen. 25 Helfer kümmern sich um Datenerfassung und Bewirtung. 40 Euro kostet die Auswertung einer Speichelprobe im Labor. Deshalb bitten Lehrer und Schüler um Spenden auf das Konto der DKMS (IBAN DE54 6415 0020 0001 6393 96, Kennwort BIZ 251). Über den Förderverein des VLG und durch ein Benefizkonzert wird die Aktion zusätzlich unterstützt.
Wer noch nicht typisiert ist, kann sich unter www.dkms.de ein Wattestäbchen-Set nach Hause schicken lassen.

Über Knochenmarktransplantationen

13 000 Gewebemerkmale müssen passen, damit ein Spender einen Teil seines Knochenmarks an einen Leukämie-Patienten abgeben kann. Über 5,7 Millionen potenzielle Spender sind bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registriert. Dennoch warten viele Blutkrebsopfer vergeblich auf einen Kandidaten, der ihnen Stammzellen aus seinem Knochenmark zur Verfügung stellt. Die Stammzellen befinden sich im Beckenkamm, sie werden auf zwei verschiedene Arten entnommen. Bei der peripheren Stammzellentnahme bekommt der Spender fünf Tage lang ein Medikament verabreicht, das die Anzahl der Stammzellen im Blut steigert. Über eine Art Blutwäsche werden die Stammzellen dann herausgefiltert. Als Nebenwirkungen treten bisweilen Symptome wie bei einer Gruppe auf. Bei der Knochenmarkentnahme muss der Spender unters Messer. Unter Vollnarkose pumpen die Ärzte im Operationssaal etwa einen Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm. Dafür bleibt der Spender zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Im Anschluss sollte er sich ein paar Tage schonen. An der kleinen Wundstelle können Prellungsschmerzen auftreten, wie jede OP besteht ein Narkoserisiko.Quelle: Stader Tageblatt vom 09.03.2016