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Gymnasiasten unterstützen Flüchtlinge

Gymnasiasten unterstützen Flüchtlinge

STADE. Am Stader Vincent-Lübeck-Gymnasium kündigt sich die Adventszeit an: Die Schüler bereiten ein vorweihnachtliches Fest vor. Am Freitag, 27. November, möchten sie ihre Gäste bei einem besinnlichen Nachmittag mit Musik- und Theaterprogramm auf das Christfest einstimmen. Außerdem richten sie eine Tombola aus, deren Erlöse in Bildungsprojekte für Flüchtlingskinder fließen sollen. Gesucht werden Spender und Sponsoren, damit möglichst viel Geld für die Flüchtlingshilfe eingenommen werden kann. „Von Schülern für Schüler“ – so lautet das Motto der Aktion. TAGEBLATT-Reporter Daniel Beneke hat mit dem Organisationsteam gesprochen.
Die Schülervertretung des Vincent-Lübeck-Gymnasiums zeigt die ersten Preise für die Tombola beim Weihnachtsbasar: Kasra Mahmoudian (17), Alicia Gröning (16), Hannah Stark (17), Kevin Wessel (17), Leonie Burmeister (17) (von links). Fotos Beneke
Als die Jugendlichen aus den Herbstferien zurückkehrten, erlebten sie die Auswirkungen der Flüchtlingskrise plötzlich hautnah. Auf der anderen Seite der Glückstädter Straße hatten Hilfsorganisationen eine Notunterkunft für Asylbewerber eingerichtet, die in Bussen direkt von der bayerischen Grenze nach Stade gebracht wurden. Die Schüler treffen immer wieder auf Männer und Frauen aus Afghanistan oder Syrien, die in der Hansestadt eine vorübergehende Bleibe gefunden haben.
Vor allem um die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien, die in der zu einem Sammellager umgebauten Turnhalle untergebracht sind, sorgen sich die Gymnasiasten. Vor diesem Hintergrund kam der Schülervertretung die Idee, einen Basar auf die Beine zu stellen, dessen Einnahmen vor allem für die Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten junger Asylbewerber eingesetzt werden sollen. Alle Jahrgänge des VLG sind beteiligt. Die Vorbereitungen in den einzelnen Klassen laufen auf Hochtouren.
„Wir möchten in der Weihnachtszeit ein Zeichen setzen“, erklärt Hannah Stark (17) von der Schülervertretung. Sie sieht die Schulgemeinschaft in der Pflicht zu helfen – nicht zuletzt, weil die Bildungsstätte seit Jahren die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ trägt. Schulleitung und Gesamtkonferenz unterstützen die Aktion, die von den Jugendlichen mit Leben erfüllt wird. „Das ist ein Projekt der ganzen Schule. Alle ziehen an einem Strang“, freut sich Leonie Burmeister (17) vom Organisationsteam.
Auf der Bühne sollen „Vincent’s Bigband“ und die Jazz-Rock-Pop-AG für Stimmung sorgen. Im Forum will die Stader Sektion der Menschenrechtsinitiative „Amnesty International“ über die Situation in den Krisenherden rund um den Globus informieren. In dieser Woche haben die Fünft- und Sechstklässler damit begonnen, Grußkarten und andere adventliche Dekoration zu basteln, die sie auf dem Basar verkaufen möchten. Ältere Schüler studieren derweil Theaterstücke ein und lernen Gedichte auswendig.
Andere Gruppen haben zugesagt, selbst gebackene Kuchen, Torten und Waffeln unter die Besucher zu bringen. Geht es nach der Schülervertretung, wird die Gewinnausschüttung der Tombola ein Höhepunkt des Nachmittages. Die Gäste können vor Ort ein Los kaufen, um an der Ziehung teilzunehmen. Zurzeit klappern die Jugendlichen die Stader Unternehmen ab und bitten um Preise. Die Geschäftsleute zeigen sich großzügig. Ein bunter Haufen an kleinen und großen Geschenken ist in den vergangenen Tagen schon zusammengekommen.
Taschen, Becher, Verzehrgutscheine und Kaffeemaschinen – die Auswahl ist riesig. „Wir sind dankbar, dass sich so viele Unternehmen bereit erklärt haben, uns so großartig zu unterstützen. Ohne ihre Hilfe wäre das alles gar nicht möglich“, betont Hannah Stark. „Das rührt uns total“, erzählt Mitstreiterin Leonie Burmeister.
Die Suche nach weiteren Spendern geht allerdings weiter, damit die Schüler am Ende möglichst viel Geld für die Flüchtlingshilfe einnehmen.

Informationen

Die Schülervertretung des Vincent-Lübeck-Gymnasiums lädt zu dem Weihnachtsbasar für Freitag, 27. November, von 15 bis 18 Uhr, in die Bildungsstätte an der Glückstädter Straße ein. Alle Einnahmen sollen in die Flüchtlingshilfe fließen und hier vor allem Bildungsprojekten zugutekommen.
Bisher unterstützen die folgenden Firmen das karitative Projekt: Kreissparkasse Stade, Polizei, Bundeswehr, Subway, Edeka, Burger King, Fahrschule Niemann. „Alle können helfen“, sagen die Initiatoren und bitten um weitere Hilfe in Form von kleinen oder großen Spenden für die Tombola. Quelle: Stader Tageblatt vom 14.11.2015