Vincent
Lübeck
Gymnasium
Stade

Diskutieren mit Niveau und Kompetenz)

Diskutieren mit Niveau und Kompetenz

STADE. Gesellschaftspolitischer Diskurs am PFH Hansecampus: 60 Gymnasiasten sprechen über das Thema Asyl.

Auf der Flucht vor Krieg, Terror, Not und Verfolgung suchen immer mehr Menschen den Weg nach Europa. Wie sollen die Europäische Union, ihre Mitgliedstaaten und ihre Bürger darauf reagieren? Mit dieser Frage befasste sich am Montag ein gesellschaftspolitischer Diskurs am PFH Hansecampus.
„Mir war die Diskussion etwas zu zahm.“ Önder Polat, Schüler 18, VLG

Anwesend bei der Veranstaltung, die in Göttingen bereits seit sieben Jahren läuft und in Stade nun zum ersten Mal durchgeführt wurde, waren überwiegend Schüler aus den zwölften Jahrgängen des Gymnasiums Harsefeld, des Stader Vincent-Lübeck-Gymnasiums (VLG) und der Elbmarschen Schule Drochtersen. Initiator Joachim Ahrens von der PFH möchte mit dem Diskurs ein Forum für offenen Meinungsaustausch anbieten. „Wir wollen uns Themen widmen, bei denen es keine richtigen oder falschen Standpunkte gibt“, so der Professor für Internationale Wirtschaft. Ziel sei es, insbesondere Schülern die Möglichkeit zu bieten, einen eigenen Standpunkt in einer niveauvollen Diskussion zu bilden und auch zu vertreten.
„Es war gut, neue Meinungen zu hören.“ Inga Renzelmann, 17, VLG
Drei seiner Studenten hatten sich bereiterklärt, vorab ein Impulsreferat zu halten und dem Plenum einen kurzen Einblick in die Thematik zu geben. Referent Piotr Sak (22) und seine Kommilitonen wollten der Diskussion mit Fakten eine gute Grundlage bieten.
Diese Grundlage nutzten die knapp 60 Gymnasiasten für einen lebhaften Diskurs. Unter der Leitung von Ahrens entwickelte sich schnell eine Gesprächsrunde, in der die Schüler zeigten, dass sie sich nicht nur auf emotionaler Ebene mit der Flüchtlingsthematik befassen, sondern auch fachlich mit umfassendem Vorwissen glänzen können.
„Es ging angenehm sachlich zu.“ Piotr Sak, 22, Student

Diskutiert wurde beinahe alles, was im Zusammenhang mit dem Thema Flüchtlinge steht. Dabei ging es auch kontrovers zu. Önder Polat (18) vom VLG Stade störte sich an der theoretischen Herangehensweise der anderen Teilnehmer. „Die meisten reden ja nur, aber tätig wird kaum jemand“, sagte der Schüler. Seine Mitschülerin Inga Renzelmann (17) hingegen war einfach froh, „mal andere Meinungen als in unserem Politik-Leistungskurs zu hören“.„Die Schüler haben tief- gehend argumentiert.“ Joachim Ahrens
Nachdem der erste Versuch so gut angenommen wurde, soll es fortan jedes Jahr zwei Diskurse auf dem Hansecampus geben. „Eine Diskussionsrunde im Juni oder Juli und eine weitere immer im Januar“, sagte Initiator Joachim Ahrens. Quelle: Stader Tageblatt vom 15.07.2015