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Stade

Ein Inferno zum Höhepunkt des Konzertabends

Ein Inferno zum Höhepunkt des Konzertabends

STADE. Die Stader Gymnasien lassen das Schuljahr mit dem Sommerkonzert ihres gemeinsamen Orchesters ausklingen. Am Dienstagabend kamen 250 Menschen im vollbesetzten Königsmarcksaal des historischen Rathauses zusammen, um den 44 Nachwuchsmusikern von Athenaeum und Vincent-Lübeck-Gymnasium zu lauschen. Ein halbes Jahr hatten die Jugendlichen unter der Leitung ihres Dirigenten Ernstulrich Heider in intensiven Proben auf diesen Auftritt hingearbeitet. In den letzten Schultagen vor dem Konzert wurde noch einmal verschärft und ganztägig geprobt. Die Mühen haben sich gelohnt, wie der tosende Beifall während und am Ende des Konzertabends zeigte.
Reichlich Applaus erhielten die 44 Nachwuchsmusiker der Stader Gymnasien bei ihrem Sommerkonzert im Königsmarcksaal.
Als die Musiker den Saal betraten, blickte das Publikum in fröhliche Gesichter junger Menschen. Die Nachwuchstalente waren gut vorbereitet; ihr Einmarsch verdeutlichte die große Motivation, mit der sie bei der Sache waren. Eröffnet wurde der Reigen an musikalischen Darbietungen von einem Klarinettenkonzert des Barockkomponisten Georg Philipp Telemann.
Catharina M. Tschirwitz und Sarah Kolmanitsch spielten den ersten Satz des in d-Moll geschriebenen Stückes – begleitet vom Streichorchester – auf eine so intensive Weise, dass sich die getragene und traurige Grundstimmung des Werkes für eine kurze Zeit aufs Publikum übertrug. Einen Kontrast dazu bildete der zweite Satz, der temporeicher und lebensfroher daherkam.
Heitere Töne gaben die Flötistinnen Johanna Spreckels und Alina Woiske zum Besten, die ein Stück des vorklassischen Komponisten und Violinisten Anton Stamitz präsentierten. Auch sie widmeten sich den ersten zwei Sätzen des auserwählten Werkes, die jedoch ein Spiegelbild des Telemann-Konzertes bildeten. War hier der erste Satz besonders mitreißend, spielten sie den zweiten weitaus ruhiger und andächtiger. Mit hoher Konzentration boten die beiden Mädchen die langen und schwierigen Passagen des Stamitz-Konzertes dar; ihre Leidenschaft und ihr Können belohnte das Publikum mit langem Applaus.
Für eine Überraschung sorgte der Auftritt von Astros Oskarsdottis. Die Oberstufenschülerin besucht zwar das Gymnasium in Otterndorf, gehörte jedoch bis vor ein paar Jahren dem Stader Ensemble an. „Sie ist eine sehr gute Geigerin“, lobte Dirigent Ernstulrich Heider ihre herausragenden Leistungen.
Ursprünglich war geplant, dass ein amerikanischer Austauschschüler Johann Sebastian Bachs a-Moll-Konzert als Solist an der Violine aufführt. Doch der junge Mann musste kurzfristig zurück in die Staaten und so sprang Astros Oskarsdottis ein. Ihre grandiose Darbietung quittierte das Publikum mit langem Applaus und lauten Jubelrufen.
Höhepunkt des Abends war zweifellos die Welturaufführung des Stückes „Inferno – Die Hölle für ein Orchester in fünf Sätzen“ aus der Feder des erst 17-jährigen Gymnasiasten Paul Kühn. Der junge Komponist dirigierte das Schulorchester auch, während es sein Stück spielte. Er ließ eine atemberaubende Tonkulisse erzeugen, die bei dem einen oder anderen Zuhörer Gänsehaut-Atmosphäre aufkommen ließ. Düster, untermalt von Bläsermusik und donnernden Paukenklängen, begann sein Werk; später wurde es dank des Einsatzes von Percussions heiter und beschwingt.
Anschließend verabschiedeten sich die Musiker mit einem Filmmusik-Medley. Der lang anhaltende Applaus des Publikums würdigte die herausragenden Leistungen des Orchesters.Quelle: Stader Tageblatt vom 31.07.2014