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Europäisches Zivilrecht nicht in Sicht

Europäisches Zivilrecht nicht in Sicht

STADE. Mit einem Vortrag über Zustand und Perspektiven des europäischen Privatrechts beendete Prof. Dr. Philipp Hellwege am Sonntagvormittag im Vincent-Lübeck-Gymnasium (VLG) die Veranstaltungsreihe „Matinee im VLG“. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 150. Schuljubiläum präsentierte sich das Gymnasium mit mehr als einem Dutzend Vortragsveranstaltungen der Öffentlichkeit.
Professor Philipp Hellwege
Philipp Hellwege, der das VLG 1991 mit dem Abitur verließ, gilt in Juristenkreisen als Koryphäe. Sein Studium führte ihn unter anderem nach Aberdeen und Oxford. Nach dem zweiten Staatsexamen 2002 in Düsseldorf promovierte er 2004 in Regensburg, wo er 2009 habilitiert wurde. Seit 2010 lehrt er an der Universität Augsburg. An Hand einiger Beispiele aus dem Verbraucherrecht erläuterte Hellwege, wie europäische Richtlinien Einzug ins deutsche Recht halten. In einzelnen Bereichen, etwa bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, sei das deutsche Recht führend. Hieran hätten sich europaweite Regeln orientiert. Ein einheitliches europäisches Zivilrecht sei jedoch noch lange nicht in Sicht. „Die Rechte in Europa sind einfach zu verschieden“, stellte der Professor klar.
Dr. Jutta Neemann und Horst Delekat. Fotos Beneke
Nach rund einem Dutzend sonntäglichen Vorträgen ziehen die Organisatoren ein positives Fazit der Veranstaltungsreihe. Ziel war es nach Aussage von VLG-Direktorin Dr. Jutta Neemann, „ehemalige Schüler zu Wort kommen zu lassen und Einblicke aus ihrem Leben nach der Schule zu bekommen“. Dies gelang: Mehr als ein Dutzend VLG-Absolventen, die heute als Schauspieler, Geistes- und Naturwissenschaftler, Journalisten oder Musiker Karriere machen, kehrten zurück an ihre alte Schule.
„Alle Referenten sind gerne gekommen“, freut sich Horst Delekat. Bei dem VLG-Lehrer, der als Mitglied des schulinternen Jubiläumsausschusses die Veranstaltungsreihe koordinierte, meldeten sich im Laufe des Jahres weitere Absolventen, die sich im Rahmen einer Matinee einbringen wollten. „Leider konnten wir sie aus Zeitgründen nicht mehr unterbringen.“
„Jeder Vortrag hat sich gelohnt. Ich habe immer etwas mitgenommen, was für mich neu war“, resümiert Schulleiterin Neemann. „Es war auch gut, dass wir es am Sonntagvormittag durchzogen haben“, ergänzt sie und schwärmt von der angenehm-ruhigen Atmosphäre der Veranstaltungen. Sie kann sich „nach einer Pause“ die Fortsetzung der Matinée-Reihe vorstellen.
Das gediegene Ambiente im neuen Lehrerzimmer und die Anordnung der Besucher an Tischgruppen machten die Matineen zu Orten der Begegnung. Mehr als 1500 Besucher kamen zu den 14 Veranstaltungen, die neben Vorträgen auch zwei Konzerte umfassten. „Die Idee war prächtig“, resümiert Delekat und gesteht zugleich: „Die Organisation kostete viel Kraft.“ Er sieht sich als „Bindeglied“ zwischen der Schule und ihren ehemaligen Schülern: „Ich möchte den Schülern zeigen, dass ihre Beziehung zur Schule nicht mit dem Abitur endet.“Quelle: Stader Tageblatt vom 09.12.2013