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Klimaschutz klimpert in der Schulkasse

Klimaschutz klimpert in der Schulkasse

LANDKREIS. Mit dem „Fifty-fifty“-Prämienmodell motiviert der Landkreis Stade seine Schulen seit einem Jahr zum Energiesparen. Durch den verantwortungsvollen Umgang mit Strom, Wärme und Wasser können die Schulen ihren Energieverbrauch um rund sechs Prozent drosseln. Für besonderes Engagement klimpert Geld in die Schulkasse.
Trat für den Klimaschutz in die Pedale: Rebekka Fröhlich (19) von den BBS II in Stade bei einer Klima-Rallye.
In „Energie-Teams“ entwickeln Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehrern und Hausmeistern Ideen zur Energie-Einsparung und setzen Ideen um. Im ersten Projektjahr haben die Schulen vielfältige Klimaschutz-Aktionen veranstaltet. Beispielsweise hat das Vincent-Lübeck-Gymnasium Stade (VLG) zur Beleuchtung des Labors im ökologischen Untersuchungsgarten einen Windgenerator mit einer Akkuleistung von 180 Ah installiert. Zudem hat das VLG alle Whiteboards der Schule mit einem Standby-System verbunden, das automatisch den Standby-Strom von 17 W auf 0 W reduziert, womit etwa 3600 Kilowattstunden pro Jahr und 900 Euro eingespart werden.
In den Berufsbildenden Schulen III Stade wurde eine solarbetriebene, netzunabhängige Bewässerungsanlage für den ökologischen Untersuchungsgarten der Schule installiert, in dem die Schüler außerdem Energiepflanzen anbauen, um die Effizienz verschiedener Gärsubstrate für eine geplante Mini-Biogasanlage zu erforschen.
Ein Aktionstag in der Albert-Schweitzer-Schule in Buxtehude stieß bei den Schülerinnen und Schülern auf reges Interesse. Bei dem Parcours „Energie clever nutzen“ konnten sie den bewussten Umgang mit Energie erfahren. Verschiedenen Stationen veranschaulichten den Schülerinnen und Schülern zum Beispiel, wie sie Energiesparlampen und Glühlampen miteinander vergleichen und deren Helligkeit messen können. Ein Klimafrühstück mit regionalen Produkten sowie ein autofreier Tag für Schüler und Lehrer wurden an der Albert-Schweitzer-Schule eingeführt.
Aufgrund ihres besonderen Engagements erhielten einige Schulen für ihre Leistungen eine Auszeichnung mit Prämienzahlung. Aktionsprämien in Höhe von jeweils 1000 Euro bekamen das Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade, das Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld und die Berufsbildenden Schulen III in Stade. Die Albert-Schweitzer-Schule in Buxtehude und die Berufsbildenden Schulen I und II in Stade erhielten je eine Aktionsprämie im Wert von 500 Euro. Das Geld dieser Prämien kann wiederum in weitere Projekte zur Energie-Einsparung investiert werden.
Das Projekt hat neben dem pädagogischen auch einen technischen Ansatz. Die BEKS EnergieEffizienz GmbH führt ein Energie-Controlling in allen Schulen durch. Die Schulen bekommen regelmäßig Informationen darüber, ob sie mehr oder weniger Energie verbrauchen und wie sich der Verbrauch optimieren lässt. Eine Hausmeisterschulung erfolgte, und bei Vor-Ort-Begehungen mit allen Beteiligten wurden „Stromfresser“ entdeckt und Maßnahmen zur Einsparung für die kommenden Projektjahre entwickelt.
Im zweiten Projektjahr soll es in den Schulen einen Videowettbewerb zum Thema Klimaschutz geben. Jede Schule kann mehrere Videos einreichen, die beispielsweise im Kunstunterricht, in einer Schauspiel-AG oder vom Energie-Team gedreht werden. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen und zu überlegen, warum und wie das Klima geschützt werden kann. Die Gewinner des Wettbewerbs können sich auf eine Fahrt in das Klimahaus Bremerhaven freuen.
Im zweiten Projektjahr haben die Schulen die Möglichkeit, zusätzlich zu einer „Aktionsprämie“ die Hälfte des Einsparbetrags als „Einsparprämie“ zu erhalten. Nach umfangreichen investiven Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturprogramms II wurden im ersten Projektjahr die Startwerte der Verbrauchsgrößen ermittelt und liegen zu Beginn des zweiten Projektjahres nun als Basis vor. Damit werden die Verbrauchswerte für Strom, Wärme und Wasser verglichen, um festzustellen, ob durch bewusstes Nutzerverhalten weniger verbraucht wird.
Die Koordination des Schulprojekts übernimmt für die dreijährige Pilotphase das Ingenieurbüro BEKS EnergieEffizienz aus Bremen in Zusammenarbeit mit dem Amt für Gebäudewirtschaft sowie der Projektleiterin Birgit Weißenborn, Planungsamt des Landkreises Stade. Das Projekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert (Kennzeichen: 03KS2562). Beim „Fifty-fifty“-Modell werden die Schulen pädagogisch vom Bremer BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) begleitet. Ein Workshop für Lehrkräfte, der im Gymnasium Harsefeld stattfand, bot den Lehrerinnen und Lehrern Tipps, Ideen und Aktionen für Klimaschutzprojekte an Schulen. Die Schulen erhielten außerdem ein Materialpaket für den Unterricht.
Mehr Informationen zum Klimaschutz- und Energiesparprojekt „Fifty-fifty“ des Landkreises Stade bietet die Homepage des Landkreises. (st) www.landkreis-stade.deQuelle: Stader Tageblatt vom 15.10.2013