Vincent
Lübeck
Gymnasium
Stade

Eine ganz besondere Irrenanstalt

Eine ganz besondere Irrenanstalt

STADE. 60 Seiten Regieplan, 25 Szenen, zwei Dutzend Schauspieler und Statisten, 15 Helfer im Hintergrund – die Planungen für die traditionelle Abishow der Abiturienten des Stader Vincent-Lübeck-Gymnasiums sind aufwendig. Filme müssen gedreht und geschnitten, Tanzchoreografien einstudiert, Bühnenszenen geprobt werden. Am Montagabend, 24. Juni, muss alles fertig sein. Dann erwarten die Abiturienten 600 Zuschauer im Stadeum. Jugendreporter Daniel Beneke, VLG-Abiturient 2013, berichtet von den Vorbereitungen:
Szenen aus dem Film: VLG-Abiturient Daniel Felgentreu bei einer Tanzszene (Foto links). Jule Viets und Nico Geiger lesen interessiert eine geheime Botschaft von Manfred Schleich.
Mittags auf dem VLG-Parkplatz: Mit quietschenden Reifen rast ein roter VW Golf in Richtung Glückstädter Straße davon. Und das gleich mehrfach, kurz hintereinander. Für Passanten ein ungewohntes Schauspiel, entdecken sie doch nicht auf den ersten Blick die digitale Video-Kamera von Kameramann Arne Balzer, der das Spektakel gekonnt festhält. Seit Wochen dreht er mit Mitschülern wie ein Profi Szenen für einen Film, der Teil der Show werden soll. 14 Szenen sollen gefilmt werden, etwas mehr als die Hälfte hat er an diesem Tag schon im Kasten.
Worum geht es? Nach ihren Abiturprüfungen veranstalten die Abiturienten seit vielen Jahren ihre Abishow. Sie erfreuen die Zuschauer mit einer kreativen Mischung aus Musical, Theater und Film. In einer tiefgründigen Schulsatire mit Komik und Action nehmen sie sich und ihre Lehrer auf’s Korn, verarbeiten auf ironische Weise die Erlebnisse ihrer Schulzeit. In diesem Jahr hat sich der VLG-Abiturjahrgang das Motto „TherABI – 12 Jahre Anstalt und trotzdem nicht geheilt“ gegeben. Getreu dieses Mottos wurde auch die Story der Abishow geschrieben.
„Die Schule ist eine Irrenanstalt. Unsere machtbesessene Direktorin will alle Schulen der Umgebung zu solchen Anstalten machen und auch den dortigen Schülern ihren grausamen Therapieunterricht verordnen. Heroisch trommelt der sympathische Hausgeist eine Auswahl von Schülern zusammen, um die irregeleitete Anstaltsdirektorin in diesem boshaften Vorhaben zu stoppen“, erklärt Abiturient Jannes Petruck, der das Drehbuch für die Show verfasst hat, die Handlung. Ein Vierteljahr brauchte er, um aus einer Idee seiner Mitschülerin Marie von Holten ein professionelles Skript mit den Texten der Figuren, Regie- und Kameraanweisungen zu erarbeiten. So ist es vor allem ihm zu verdanken, dass die Zuschauer ein abwechslungsreiches Programm zu sehen bekommen.
Nico Geiger, bekannt von Aufführungen der VLG-Theater-AG, spielt zusammen mit seiner Mitschülerin Jule Viets und VLG-Lehrer Manfred Schleich die Hauptrollen. Er zeigt sich außerordentlich „stolz und froh, diese Rolle bekommen zu haben“. Die Dreharbeiten machen ihm „großen Spaß“: „Bei den Drehs und Proben habe ich die Schule von einer ganz anderen Seite kennengelernt“, berichtet der smarte Nachwuchsschauspieler. „Ich bin sehr glücklich, dass das Team gut zusammenpasst. Mutige Lehrer und engagierte Schüler spielen zusammen. So konnten wir auch die schwierigen Lehrerparodien passend besetzen.“
Auch abseits der schauspielerischen Leistungen ist die Arbeit an der Aufführung sehr aufwändig: Kameramann Arne Balzer filmt nicht nur die Szenen für den in die Show integrierten Film, er schneidet ihn auch und zeichnet für die Musikauswahl verantwortlich. Außerdem organisiert er zusammen mit Mitschülern den Kartenverkauf. Um am Montag eine sehenswerte Aufführung zustande zu bringen, sind die Aufgaben im Organisationsteam klar verteilt: Während Jannes Petruck sich um das Drehbuch kümmerte und die Dreharbeiten und Proben als Regisseur leitet und Arne Balzer sich der Filmproduktion annimmt, organisieren andere die Requisiten und Kostüme. Eintrittskarten
Die Abishow der VLG-Abiturienten beginnt am Montag, 24. Juni, 20.15 Uhr, im Stadeum. Karten gibt es für fünf Euro an der Abendkasse. Vorbestellungen sind unter abishow(at)arnebalzer.de möglich.Quelle: Stader Tageblatt vom 22.06.2013