Susanne Helfferich STADE. Jahrzehnte mussten Lehrer, Schüler und Eltern
auf eine Erweiterung des Vincent-Lübeck-Gymnasiums warten. Jetzt ist
die Zeit der Provisorien mit Pavillons, Unterrichtscontainern und
Außenstelle in Hahle vorbei. Am Donnerstag werden die neuen Räume
des Anbaus bezogen. Kurz vor der Fertigstellung sind zwei runderneuerte
Räume für die Naturwissenschaften im Altbau. Das TAGEBLATT ließ
sich vor Schuljahresbeginn durch die neuen Räume führen.
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Hell, großzügig und zweckmäßig - das ist der erste
Eindruck vom Anbau des Vincent-Lübeck-Gymnasiums. Eine kleine Pausenhalle
verbindet auf Höhe der alten Musikräume den Altbau mit dem Neubau.
Der ist im Winkel gebaut und bietet nicht nur 17 Klassen Platz, sondern auch
dem gesamten künstlerisch-musischen Bereich. Je drei vollwertige Räume
für Kunst und Musik sind dort untergebracht, ebenso ein Raum für
Darstellendes Spiel mit kleiner Bühne und direktem Zugang zu einem
Außenbereich, der ebenfalls als Bühne genutzt werden kann.
Zufrieden äußern sich die Musiklehrer Ernstulrich Heider,
Jörn-Martin Schöning und Frank Münter. "Von solchen
Unterrichtsräumen haben wir lange geträumt", freut sich
Fachbereichsleiter Heider. Der zweite bisher genutzte Musikraum sei von der
Größe her eine "Dackel-Garage" gewesen und die Instrumente waren
in einem schmalen Schlauch zwischen Musikräumen und Forum aufbewahrt,
in dem sich die Schüler beim Umräumen ständig auf die
Füße traten. Jetzt stehen neben den drei Unterrichtsräumen
vernünftige Sammlungen zur Verfügung und zwei kleine
Übungsräume. "Das ist gerade für unsere Musikklassen wichtig,
damit sie auch mal in Gruppen üben können."
Es sind diese Details, die moderne Schule ausmachen: Auf den Fluren aller
Stockwerke befinden sich Aufenthaltsinseln, die Schüler zum gemeinsamen
Lernen oder Ausruhen in den Freistunden nutzen können. Die Wände
der Flure sind bis Schulterhöhe gefliest, um sie vor Tritten und Tornistern
zu schützen. 15 Activboards ergänzen die gute alte Schultafel,
die überall erhalten bleibt. Ein Fahrstuhl macht das Gebäude
behindertengerecht.
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Durften in einem der neuen Kunsträume schon mal Probe
sitzen: Torge mit Schwester Marit (vorne) sowie Nils und Justin (hinten,
von links). Fotos Helfferich
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17000 Bücher muss Friederike Menche in die 300 Quadratmeter
große Bibliothek einräumen.
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Ein Gewinn sind auch die Vorbereitungsräume für das Kollegium und
im zweiten Obergeschoss zwei große Mehrzweckräume, die zu einem
160 Quadratmeter großen Saal verbunden werden können und so endlich
ausreichend Platz für die Gesamtkonferenzen mit rund 150 Teilnehmern
bieten.
Erstmals verfügt das Gymnasium über eine Außensportanlage
mit Kleinspielfeld, 75-Meter-Laufbahn sowie Weitsprung- und
Kugelstoßanlage. Funktionell auch die neue Bibliothek, die dem neuen
Lehrerzimmer im Altbau weichen musste. Friederike Menche räumt hier
während der letzten Ferientage gemeinsam mit Eltern und Großeltern
17000 Bücher ein. Neu sind hier auch 32 Computerarbeitsplätze und
ein gläsernes Büro, das der Bibliothekarin Ruhe mit Durchblick
gönnt.
Wenngleich am ersten Schultag nicht alles fertig sein wird - im Altbau werden
noch Mensa und Lehrerzimmer ausgebaut -, hat man Schulleiterin Dr. Jutta
Neemann selten so glücklich und zufrieden erlebt. "Für mich und
meine Kollegen wird es ein ganz neues Arbeiten sein, weil wir alle vor Ort
sind. Jetzt können wir uns endlich auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren
und unsere Profile weiter ausbauen."
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