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Schulleben - Andere über uns




Kehrseite einer tollen Party am Strand

Appell über die Schulen hat gefruchtet: Der Müllteppich ist nicht so schlimm wie im Vorjahr - Flaschen werden aufgesammelt


HOLLERN-TWIELENFLETH. Einen lauschigen Sommerabend verbrachten Hunderte von Schülern am Dienstag am Elbstrand in Bassenfleth. Bis in die frühen Morgenstunden wurde der Abschluss des Schuljahres gefeiert. Wie jedes Jahr. Und wie jedes Jahr war der Strand am nächsten Tag mit leeren Flaschen übersät. Allerdings war der Müllteppich nicht so dicht wie in den Vorjahren. Der Appell über die Schulen und Eltern an die Jugendlichen, ihren Müll wieder mitzunehmen, hatte offensichtlich Erfolg.
Dienstagabend, nach 21 Uhr: Der Strand ist voll und immer noch treffen Jugendliche ein, darunter deutlich jüngere als im Vorjahr. Viele kennen sich, scherzen, umarmen sich; in Gruppen sitzen sie zusammen, unterhalten sich. Später werden an verschiedenen Stellen Feuer angezündet, es wird gegrillt, einer hat ein Zelt aufgeschlagen. "Alles ruhig geblieben", wird die Polizei am nächsten Tag melden.
Athenaeum-Schülerin Nienke (15) ist zum ersten Mal hier. Mit Freunden sitzt sie in einem Pulk im weißen Sand. Müllhalden zurücklassen und den Strand verdrecken - "das macht man einfach nicht", sagt sie. "Wir machen keinen Müll", sagt Marie (14) aus Stade, "die Flaschen nehmen wir mit, da ist ja Pfand drauf." Dass es am Strand keinen Mülleimer gibt, findet Nathalie (14) aus Bassenfleth "blöd".
In der Schule sei der Appell, den eigenen Müll wieder mitzunehmen, durchgesagt worden, erzählt eine 17-jährige Schülerin des Vincent-Lübeck-Gymnasiums. Daran hält sich auch Gina (15). Sonst wird der Strand gesperrt, hat sie gehört. Vom Athenaeum kämen Schüler am Mittwoch wieder, um aufzuräumen, weiß eine andere Schülerin. "Wir lassen unseren Müll gar nicht erst hier", sagt Katharina (14). "Es stört auch uns, wenn alles vermüllt ist."
 
Wunderschöne Stimmung an einem lauen Sommerabend am Strand der Elbe: Am letzten Tag vor den Ferien treffen sich die Schüler in Bassenfleth. Fotos: Lohmann

Kehrseite am nächsten Tag.

Mittwochmorgen: Der Strand ist leer - abgesehen von Flaschen und Plastik-Müll im Sand und den Pfandflaschen-Suchern, die seit den frühen Morgenstunden unterwegs sind und reiche Beute machten. Prallvolle Säcke schleppen zwei Frauen über den Deich. Er sei heute leider zu spät, bedauert ein Mann; bei der letzten Fete habe er Flaschen im Wert von 80 Euro eingesammelt.
"Jedes Jahr dasselbe, das ärgert", seufzt Ratsherr Thorsten Bardenhagen aus Hollern, der sich mit seiner Hündin am Strand umschaut. Doch es sehe harmlos aus im Vergleich zum Vorjahr, meint Detlef Heinrich aus Wöhrden, Herrchen von drei Hunden.
"Es ist nicht so schlimm wie in den Vorjahren", bestätigt Kai Schulz, Gemeindedirektor von Hollern-Twielenfleth. Der Kollege vom Bauhof habe mehrere Leute am Strand beim Aufräumen angetroffen. Am Donnerstag werde eine Strandreinigungsmaschine anrücken, die den Müll beseitigt, kündigt er an. Einmal im Jahr wird der "Beach-Cleaner" gebucht, um den Sand zu sieben und Müllreste und angeschwemmten Unrat herauszufiltern. Bewusst wurde der Einsatz der Maschine jetzt so terminiert, dass die Folgen der Strandparty mitbeseitigt werden. Mit 600 Euro Kosten rechnet Bauamtsleiter Rolf Riggers. Die übernimmt die Gemeinde, denn alle Überlegungen bisher, den Kreis oder die Stadt Stade an den Kosten zu beteiligen, liefen ins Leere.
In diesem Jahr sind sich alle einig: Den öffentlichen Strand für die Schülerfete abzusperren, wäre der falsche Weg.

Stader Tageblatt vom 06.07.2011

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