Es war ein Mammutprogramm, das die fünf Gymnasien in diesem Schuljahr
zu bewältigen hatten: 966 Abiturienten mussten in diesem Jahr geprüft
werden und damit doppelt so viel wie in den Vorjahren. Der Grund: Die
niedersächsische Landesregierung hat mit ihrer Schulreform 2003 das
Abitur nach zwölf Schuljahren beschlossen, und so mussten in diesem
Jahr einmalig zwei Jahrgänge gemeinsam geprüft werden - einer wie
bisher nach Klasse 13 und neun Jahren Unterricht am Gymnasium (G9) und einer
nach zwölf Jahren Schulzeit und acht Jahren an der höheren Schule
(G8). Unisono konnten die Schulleiter bei den Ergebnissen keinen großen
Unterschied zwischen den beiden Jahrgängen feststellen, allerdings gibt
es einige Auffälligkeiten im Detail.
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Der Stress ist vorbei: Erstmals wurden in Niedersachsen die
Abiturprüfungen nach der 12. Klasse abgelegt.
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So kamen die drei besten Abiturienten am Gymnasium Süd in Buxtehude
aus dem G8-Jahrgang, einer sogar mit 1,0. Schulleiter Ruprecht Eysholdt stellt
fest: "G8 ist sicherlich leistungsorientierter ausgebildet worden, hat dabei
das Arbeiten gelernt, natürlich auch auf Kosten der Freizeit." Er lenkt
ein, dass nicht alle diesem Druck etwas entgegensetzen konnten. Zehn der
Schülerinnen und Schüler hätten die 11. Klasse wiederholt,
dies sei aber im Vergleich zu den Vorjahren "unauffällig". Und: Am Gymnasium
Süd haben alle Abiturienten aus beiden Jahrgängen bestanden.
Am Gymnasium Halepaghenschule (HPS) dagegen gab es deutlich mehr Wiederholer
im G8-Jahrgang: Von 71 Schülern haben 22 wiederholt, also mehr als 30
Prozent. Im G9-Jahrgang waren es sieben Prozent. Dazu der Oberstufenkoordinator
Reinhard Zimmer: "Einige haben freiwillig wiederholt, um ihre nicht so guten,
aber auch nicht schlechten Leistungen noch zu verbessern." Im Endergebnis
habe der G8-Jahrgang mit einem Schnitt von 2,52 nur geringfügig schlechter
abgeschnitten gegenüber 2,48 bei den G9ern. Zwei Schüler erreichten
dort die Traumnote von 1,0. Elf von 196 Abiturienten haben nicht bestanden.
Am Athenaeum in Stade gab es einen erkennbaren Unterschied beim Ergebnis
der mündlichen Prüfungen. Die Durchschnittsnote lag da im G8-Jahrgang
bei 8,8 Punkten - das entspricht einer 3, und beim G9-Jahrgang bei 10,1 -
eine 2-. Im Gesamtergebnis fiel der Unterschied weniger deutlich auf: G9
hatte einen Schnitt von 2,52 erreicht, und 19 Prozent hatten eine Endnote
mit einer 1 vor dem Komma. Bei G8 lag der Schnitt bei 2,67 mit zwölf
Prozent besser als 2,0. Die Beste erzielte ein Ergebnis von 1,3. Drei von
225 Abiturienten haben nicht bestanden.
Keinen großen Unterschied zwischen den Jahrgängen kann Johann
Book, Schulleiter am Harsefelder Gymnasium, feststellen. "Die Abweichungen
sind nicht größer als generell zwischen zwei verschiedenen
Abiturjahrgängen. Von 145 Abiturienten haben vier nicht bestanden. Die
beiden Besten erzielten einen Schnitt von 1,3.
Auch Dr. Jutta Neemann, Schulleiterin am Vincent-Lübeck-Gymnasium in
Stade, vermag keinen großen Unterschied zwischen beiden Jahrgängen
feststellen. Da die Schule die Jahrgänge bewusst in gemeinsamen Kursen
unterrichte, differenziere sie grundsätzlich nicht hinsichtlich der
Ergebnisse im Abitur, so die Schulleiterin. Auch bei der Zahl der Wiederholer
habe es keinen Unterschied gegeben. Immerhin hat auch am VLG das beste Abi
eine G8-Schülerin abgelegt. Insgesamt gab es dort dreimal die 1,0. Sechs
von 267 Abiturienten haben nicht bestanden.
Keiner der fünf Schulleiter spricht sich gegen das Abitur nach zwölf
Schuljahren aus. Der Wechsel zu G8 sei arbeitsintensiv, aber unproblematisch
verlaufen, heißt es. Einig sind sie sich darin, dass eine Rückkehr
zu G9 nicht mehr machbar wäre. (sh)
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