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Schulleben - Andere über uns




Das war ein Mammutprogramm

Erstmals wurde das Abitur nach der 12. Klasse gemacht - Eine TAGEBLATT-Umfrage an den Gymnasien im Landkreis


Susanne Helfferich LANDKREIS. Es ist vollbracht. Die fünf allgemeinbildenden Gymnasien im Landkreis Stade haben den Doppel-Abi-Jahrgang bewältigt. Das TAGEBLATT fragte bei den Schulleitern nach den Ergebnissen und ob sich G8 (Abitur nach acht Jahren am Gymnasium) negativ ausgewirkt habe.
Es war ein Mammutprogramm, das die fünf Gymnasien in diesem Schuljahr zu bewältigen hatten: 966 Abiturienten mussten in diesem Jahr geprüft werden und damit doppelt so viel wie in den Vorjahren. Der Grund: Die niedersächsische Landesregierung hat mit ihrer Schulreform 2003 das Abitur nach zwölf Schuljahren beschlossen, und so mussten in diesem Jahr einmalig zwei Jahrgänge gemeinsam geprüft werden - einer wie bisher nach Klasse 13 und neun Jahren Unterricht am Gymnasium (G9) und einer nach zwölf Jahren Schulzeit und acht Jahren an der höheren Schule (G8). Unisono konnten die Schulleiter bei den Ergebnissen keinen großen Unterschied zwischen den beiden Jahrgängen feststellen, allerdings gibt es einige Auffälligkeiten im Detail.
 
Der Stress ist vorbei: Erstmals wurden in Niedersachsen die Abiturprüfungen nach der 12. Klasse abgelegt.

So kamen die drei besten Abiturienten am Gymnasium Süd in Buxtehude aus dem G8-Jahrgang, einer sogar mit 1,0. Schulleiter Ruprecht Eysholdt stellt fest: "G8 ist sicherlich leistungsorientierter ausgebildet worden, hat dabei das Arbeiten gelernt, natürlich auch auf Kosten der Freizeit." Er lenkt ein, dass nicht alle diesem Druck etwas entgegensetzen konnten. Zehn der Schülerinnen und Schüler hätten die 11. Klasse wiederholt, dies sei aber im Vergleich zu den Vorjahren "unauffällig". Und: Am Gymnasium Süd haben alle Abiturienten aus beiden Jahrgängen bestanden.
Am Gymnasium Halepaghenschule (HPS) dagegen gab es deutlich mehr Wiederholer im G8-Jahrgang: Von 71 Schülern haben 22 wiederholt, also mehr als 30 Prozent. Im G9-Jahrgang waren es sieben Prozent. Dazu der Oberstufenkoordinator Reinhard Zimmer: "Einige haben freiwillig wiederholt, um ihre nicht so guten, aber auch nicht schlechten Leistungen noch zu verbessern." Im Endergebnis habe der G8-Jahrgang mit einem Schnitt von 2,52 nur geringfügig schlechter abgeschnitten gegenüber 2,48 bei den G9ern. Zwei Schüler erreichten dort die Traumnote von 1,0. Elf von 196 Abiturienten haben nicht bestanden.
Am Athenaeum in Stade gab es einen erkennbaren Unterschied beim Ergebnis der mündlichen Prüfungen. Die Durchschnittsnote lag da im G8-Jahrgang bei 8,8 Punkten - das entspricht einer 3, und beim G9-Jahrgang bei 10,1 - eine 2-. Im Gesamtergebnis fiel der Unterschied weniger deutlich auf: G9 hatte einen Schnitt von 2,52 erreicht, und 19 Prozent hatten eine Endnote mit einer 1 vor dem Komma. Bei G8 lag der Schnitt bei 2,67 mit zwölf Prozent besser als 2,0. Die Beste erzielte ein Ergebnis von 1,3. Drei von 225 Abiturienten haben nicht bestanden.
Keinen großen Unterschied zwischen den Jahrgängen kann Johann Book, Schulleiter am Harsefelder Gymnasium, feststellen. "Die Abweichungen sind nicht größer als generell zwischen zwei verschiedenen Abiturjahrgängen. Von 145 Abiturienten haben vier nicht bestanden. Die beiden Besten erzielten einen Schnitt von 1,3.
Auch Dr. Jutta Neemann, Schulleiterin am Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade, vermag keinen großen Unterschied zwischen beiden Jahrgängen feststellen. Da die Schule die Jahrgänge bewusst in gemeinsamen Kursen unterrichte, differenziere sie grundsätzlich nicht hinsichtlich der Ergebnisse im Abitur, so die Schulleiterin. Auch bei der Zahl der Wiederholer habe es keinen Unterschied gegeben. Immerhin hat auch am VLG das beste Abi eine G8-Schülerin abgelegt. Insgesamt gab es dort dreimal die 1,0. Sechs von 267 Abiturienten haben nicht bestanden.
Keiner der fünf Schulleiter spricht sich gegen das Abitur nach zwölf Schuljahren aus. Der Wechsel zu G8 sei arbeitsintensiv, aber unproblematisch verlaufen, heißt es. Einig sind sie sich darin, dass eine Rückkehr zu G9 nicht mehr machbar wäre. (sh)

Stader Tageblatt vom 25.06.2011

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