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Maschinen arbeiten auf Zuruf

Jung-Forscher entwickeln Sprachsystem für Roboter - Geräte reagieren auf Stimme und Handbewegung


STADE. Die Stereo-Anlage auch ohne Fernbedienung bequem vom Sofa aus bedienen, im Bett liegen und gleichzeitig die Jalousien öffnen, das vergessene Licht im Flur vom Wohnzimmer aus abschalten: Wenn es nach sieben jungen Forschern des Vincent-Lübeck-Gymnasiums (VLG) und der Dow geht, könnte das Leben im Haushalt bald enorm an Qualität gewinnen. Alles, was sie zum Steuern der Geräte noch benötigen, ist die eigene Stimme.
"Ventilator!": Ein einziges Wort spricht Jannes Menck in sein Headset, nur wenige Sekunden später drehen sich die Propellerblätter des kleinen Lüfters. Weiter geht es mit "Radio!". Kaum hat der 14-Jährige den Befehl ausgesprochen, ist Musik aus den Lautsprechern zu hören. Und das Entscheidende: Alle Geräte lassen sich über ein einziges Sprachsystem steuern - eine Möglichkeit, die es so bisher noch nicht gibt. Sobald Jannes "Aus!" ruft, herrscht Stille im Vorführungsraum der Dow. Zeit für Applaus.
 
Die jungen Forscher bei der Vorführung ihres Hochregallagers: (hinten von links) Annelie Menck, Jannek Hoops, Lennart Struve, Eike Dralle, vorne von links sitzen Henning Mergard, Stephanie Hilck und Jannes Menck.

Hart haben die sieben jungen Forscher in ihrer Freizeit an dem Projekt gearbeitet, nach der Patentanmeldung führen sie ihre Entwicklung jetzt nicht nur Eltern, Lehrern und Vertretern der Dow, sondern auch einem Juror des Magazins Focus vor. Im Wettbewerb "Focus macht Schule" erhoffen sich die Schüler eine gute Platzierung, haben eine Homepage und die Entstehungsgeschichte ihrer Arbeit herausgearbeitet.
Drei Jahre ist es her, dass Jannes Menck und Henning Mergard in der Stader Herbstakademie ihre Leidenschaft für die Robotik entdeckten. Die Grenzen der Lego-Roboter aus dem Baukasten waren schnell erreicht, Jannes und Henning hatten größere Ziele: Nicht ein einziges, sondern beliebige mechanische Systeme sollten mit Sprache gesteuert werden. An einem Hochregalmodell wollten sie die Anwendbarkeit ihrer Idee darstellen.
Eine Kooperation mit der Dow machte es möglich. Mit Eike Dralle, Lennart Struve und Jannek Hoops begeisterten sich drei Lehrlinge für das Projekt, zu guter Letzt stießen Stephanie Hilck und Annelie Menck vom VLG als künstlerische Unterstützung und für die Gestaltung der Homepage dazu.
Ob Turm, Wagen oder Korb: Über das Headset lassen sich alle Elemente des Hochregallagers ohne Probleme steuern. In der Vorführung gehen die Jugendlichen sogar noch ein Stück weiter. Auch mit bloßen Handbewegungen können sie die einzelnen Geräte an- und ausschalten. Alles funktioniert wie geplant, Henning Mergard zeigt sich im Hinblick auf den Focus-Wettbewerb zuversichtlich: "Es ist schwer einzuschätzen wie unsere Chancen stehen, wir hoffen natürlich das Beste", sagt der 15-Jährige.
Ganz unbegründet sind diese Hoffnungen nicht. Denn unmittelbar vor der Vorführung auf dem Dow-Gelände hat die Gruppe eine E-Mail erreicht. Im Juli sollen die sieben jungen Forscher ihr Projekt auf einem Kongress in Florida vorstellen.
Weitere Infos über das Projekt der jungen Forscher gibt es im Internet unter
www.vincent-voice-control.de (sal)
Stader Tageblatt vom 18.04.2011

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