STADE. Die japanische Partnerschule des Vincent-Lübeck-Gymnasiums, die
"Shokei Gakuin Junior High School" in Sendai, hat nun doch ihren Besuch in
Stade abgesagt. Aber die VLG-Schüler versuchen, ihren Freunden dennoch
ganz nah zu sein. Sie sammelten am Dienstagabend rund 500 Euro und halten
weiter Kontakt nach Japan.
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Am Freitag sollten 15 Austauschschüler aus der vom Erdbeben schwer
getroffenen Region in der Stadt eintreffen. Noch am Montag kursierten Meldungen
auf einem Schüler-Blog, die japanischen Freunde würden trotz der
Katastrophe in ihrer Heimat am Besuch festhalten. Nun steht fest: Die Japaner
werden nicht kommen.
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Schülerinnen und Schüler des Musikleistungskurses
führten durch das Kammerkonzert, bei dem die ersten 500 Euro für
die Partnerschule in Sendai gesammelt wurden. Foto
Helfferich
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"Es ist ihnen nicht möglich, sich nach Tokio durchzuschlagen", so Martin
Niestroj, der stellvertretende Schulleiter des VLG. Die Infrastruktur sei
zu stark zerstört. "Wir hoffen, dass der Besuch nur verschoben ist."
Jetzt müsse die Entwicklung vor Ort abgewartet werden.
Derweil versuchen Schüler des Stader Gymnasiums unermüdlich, Kontakt
zu ihren Gastfamilien in Japan zu halten. Nach deren Informationen haben
alle Austauschschüler das Erdbeben und die Folgen überlebt. Als
der Tsunami die Nordostküste überrollte, saßen sie in der
Schule. Viele seien jedoch obdachlos, da der Tsunami deren Häuser
zerstört habe. Manche leben mit ihren Familien in deren Autos. Die
Zehntklässler Steffen Mühlenkamp und Arne Balzer fassen auf einem
Internet-Blog die Recherchen der Schüler und die Kontakte zusammen
(www.sendai-stade.blogspot.com).
Auch wollen die Stader Schüler Hilfsaktionen starten. Bereits während
des Kammerkonzerts am Dienstagabend, das traditionell vom Musikkurs des 11.
Jahrgangs organisiert wird, wurde spontan für die Freunde aus Sendai
gesammelt. VLG-Lehrer Sven Hüning, einer der Koordinatoren des
Japan-Austausches, berichtete von der schrecklichen Situation in Sendai und
bat um Spenden, die direkt der "Shokei Gakuin Junior High School" zukommen
sollen. Spontan kamen rund 500 Euro zusammen. Weitere Aktionen werden
vorbereitet, so Niestroj. Die Schüler und Schülerinnen hätten
das starke Bedürfnis zu helfen. Sobald ein Spendenkonto eingerichtet
ist, wird das TAGEBLATT berichten.
Fernsehbilder vom Gedenken der Menschen in Stade und der Mahnwache gegen
Atomkraft gibt es in der Wochenschau unter www.tageblatt.de (sh)
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