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Schulleben - Andere über uns




Hoffen, warten und bangen

Stader Vincent-Lübeck-Gymnasium hält per Mail Kontakt ins Katastrophengebiet / Fällt Austausch flach?


tp. Stade. „Wie geht es unseren Freunden?“ Diese bange Frage beschäftigt die Schüler am Stader Vincent-Lübeck- Gymnasium (VLG) nach dem Erdbeben und Tsunami in Japan. 15 Schüler und zwei Lehrer von der „Shokai Gakuin Junior High School“ in der Millionenstadt Sendai, die mitten in der Katastrophenregion liegt, werden am kommenden Freitag zu einem Austausch in Stade erwartet. Doch aus dem Besuch aus Fernost wird wohl nichts.
Sendai im Nordosten Japans liegt rund 30 Kilometer von der Küste entfernt, nur etwa 60 Kilometer von Fukushima und gerade einmal 130 Kilometer vom Epizentrum des Erdbebens. Die Region um Sendai ist weitgehend zerstört. Häuser und Autos versanken in den Fluten des Tsunami. Menschen ertranken. Überlebende sind obdachlos, suchen nach vermissten Angehörigen. Über Fernsehkameras ist das Auge der Welt auf die von der Naturkatastrophe am stärksten betroffenen Region gerichtet.
 
Eine Folklore-Puppe erinnert die Stader Schülerinnen Sophie Kähler (li.), Kathrin Suhr (re.) und Lehrerin Brigitte Keuchen an die japanischen Freunde im Erdbebengebiet Foto: tp

Über soziale Netzwerke im Internet wie Facebook und Twitter halten Menschen den heißen Draht in die Krisenregion, so auch die Stader Gymnasiasten.
Die meisten Informationen aus Japan erreichen die Schüler via Internet. Zehntklässlerin Kathrin Suhr (16) hat am Sonntag eine erleichternde E-Mail von ihrer Austauschschülerin Akiko (16) bekommen: Das Mädchen und ihre Familie sind am Leben. Mit ihren Eltern und der Großmutter lebt Akiko vorübergehend im Auto. Das Haus ist durch das Beben zerstört. Sophie Kähler (16) hat am Wochenende mit dem Vater ihrer Gastschülerin Yuoko (15) telefoniert. Seitdem weiß Sophie: „Alle aus der Familie haben überlebt.“ Das Telefonat war nur kurz: „Yuokos Vater ist Feuerwehrmann und als Retter rund um die Uhr gefordert“, berichtet Sophie.
„Der Flughafen in Sendai ist von der Flutwelle betroffen und außer Betrieb“, sagt die Lehrerin und Austausch-Koordinatorin Brigitte Keuchen (51). Sie hat die schockierenden Bilder vom zerstörten Airport im TV gesehen.
Nach den bisherigen vagen Informationen sind alle japanischen Austausch-Partner unversehrt. Doch sämtliche offizielle Kontaktaufnahmen des Stader VLG zur Partner-Schule in Sendai sind bislang gescheitert. Bis auf Weiteres herrscht am Stader Gymnasium ein Warten-und-Bangen-Zustand.


Neue Stader Wochenblatt vom 16.03.2011

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