An den drei Gymnasien in Trägerschaft des Landkreises wollen 630 junge
Menschen der Jahrgangsstufen 12 (G8) und 13 (G9) so gute Prüfungen hinlegen,
dass sie die Hochschulreife schaffen: 240 sind es am Athenaeum, 280 am
Vincent-Lübeck-Gymnasium, 110 am Gymnasium in Harsefeld.
Noch nie mussten so viele Prüfungen für so viele Schüler
vorbereitet, organisiert und korrigiert werden. Am Buxtehuder
Halepaghen-Gymnasium gibt es allein im Kernfach Mathematik 118 schriftliche
Prüfungen. Das wird den Lehrkräften einiges abverlangen. Am VLG
laufen nach Darstellung von Schulleiterin Dr. Jutta Neemann bis zu acht
schriftliche Prüfungen parallel.
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Volle Konzentration während der Reifeprüfung: In diesem
Jahr legen einmalig zwei Jahrgänge ihr Abitur ab.
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Stöhnen über bis zu 20 Prüfungen werden aber auch Fachlehrer
in Religion, Biologie, Politik, Geschichte - klassische Fächer für
P5, die mündliche Prüfung.
Und die Schüler? Nach Beobachtungen der Schulleiter sind sie "gut
vorbereitet". Einzelne gingen auf dem Weg verloren, aber nicht durch freiwillige
Rückstufung (wie es ein Trend in einigen größeren Städten
war), sondern eher durch Abgang oder Wechsel in eine Ausbildung.
Etwa 35 Halepaghen-Schüler sind zurück in die 11. Klasse gegangen.
"Wiederholer gab es früher schon, jetzt gehen mehr Schüler freiwillig
zurück", sagt Oberstufenkoordinator Reinhard Zimmer. Andere seien
abgegangen. So kommt es, dass der Doppeljahrgang mit 197 Schülern so
groß ist, wie die Jahrgangsstufe 11 (195 Schüler). Schulleiter
Hans-Jürgen von Maercker vermutet, dass einige Schüler Panik nach
der 11. Klasse bekommen hätten, weil sie es versäumt haben, sich
rechtzeitig auf die Abiturprüfungen vorzubereiten. "Andere haben nicht
die Noten erreicht, die sie wollen", sagt er. Viele hätten schon den
Numerus Clausus an den Universitäten im Blick und wiederholen, um sich
zu verbessern. "Durch das Abitur nach zwölf Jahren haben sie ja ein
Jahr gespart", ergänzt Zimmer.
Gerade die G8-Schüler haben sich in den vergangenen zwei Jahren durch
einen Wust an Stoff kämpfen müssen, weil die Lehrpläne noch
nicht entrümpelt waren. Es gab noch keine richtigen Bücher. Eltern
kritisierten, ihre Kinder seien da wohl Versuchskaninchen. Doch was in den
Abi-Prüfungen auf die Schüler zukommt, ist kalkulierbar. "Die Vorgaben
sind relativ eng gefasst", sagt Johann Book, Leiter des Gymnasiums in
Harsefeld.
Die Schulleiter stehen zum G8. "Es wäre fatal, wenn das noch einmal
neu diskutiert werden würde", sagen sie mit Seitenblick auf
Schleswig-Holstein, wo die Landesregierung gerade eine Kehrtwende macht.
Man könne nicht immer wieder eine neue Sau durchs Dorf treiben, hält
es der am 5. Juli aus dem Dienst scheidende Krusemark mit einem Ausspruch
des ehemaligen Kultusministers Bernd Busemann.
Aber es ist ein Unterschied, ob ein junger Mensch mit 18 oder mit 17 Jahren
das Abitur ablegt. Die Jüngeren, das beobachtet Book, sind eben im Reifegrad
ein Jahr zurück. Die Schulen merken es beim Arbeitsverhalten, dem Grad
der Selbstständigkeit, dem Abstraktionsvermögen. Es mangele an
Verständnis für Geschichte und politische Strukturen, nennt Book
als Beispiel. Jutta Neemann sieht, dass sie bei der Bearbeitung von Literatur
nicht so tief dringen. Dennoch: Beim VLG wurden die Jahrgänge problemlos
gemeinsam unterrichtet. "Und die Unterschiede waren eher individueller Natur."
(je)
Große Säle fürs Feiern
Dem Stress folgen die Feiern. Auch da gibt es in diesem Jahr ganz neue
Ausmaße. Athenaeum und VLG belegen für ihre Entlassfeiern das
Stadeum (24. und 25. Juni), den Harsefeldern (24. Juni) reicht da noch das
Forum. Gleich zwei Abibälle feiert das Athenaeum im Kirschenland Wisch,
das VLG schwoft auf dem Pionierübungsplatz Grünendeich und die
Harsefelder Abiturienten und ihre Gäste tanzen in der Kutenholzer
Festhalle.
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